wein lagern

Du planst einen schönen gemütlichen Weinabend mit Deinen Freunden. Dafür hast Du Dir extra ein paar köstliche Weine besorgt!
Damit diese auch noch am geplanten Abend schmecken, solltest Du ein paar Punkte rund ums Wein lagern beachten.

Lagern oder trinken – sollte ich meinen Wein überhaupt lagern?

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Die meisten Weine sind tatsächlich nicht für eine lange Lagerung (über 3-5 Jahre) gedacht. Der heutige Wein ist so “konzipiert”, dass Du diesen entweder gleich trinken oder binnen 2 Jahre nach Kauf konsumieren kannst.

Andererseits gibt es auch einige (Rot-)Weine, die von einer längeren Lagerzeit profitieren. Ob nur für ein paar Wochen oder Jahre, sollte bei der Weinlagerung aber unbedingt darauf geachtet werden, dass Temperatur, Feuchtigkeits- sowie Lichtverhältnisse stimmen.

Beachte: Nach wie vor kursiert das Gerücht, dass Wein besser wird, je länger er lagert. Das ist ein Irrtum. Günstige Weine profitieren nicht nur nicht von jahrelanger Lagerung, sondern es schadet ihnen auch noch.

Wie lange hält sich Wein?

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Die meisten Weine solltest Du in den ersten zwei Jahren nach Kauf trinken.
Grundsätzlich halten sich Rotweine länger, während Weißweine für den sofortigen bzw. baldigen Verzehr gedacht sind.

Folgende Bestandteile (je mehr, desto besser) im Wein sorgen dafür, dass sich dieser lagern lässt bzw. länger hält:

  • Alkoholgehalt: Je höher der Prozentsatz, desto besser lässt sich der Wein konservieren
  • Restzuckergehalt: So wie Alkohol konserviert auch Zucker
  • Tannin: Wirkt als Antioxidans – verhindert, dass der Wein oxidiert
  • Säure: Sagt Bakterien den Kampf an
  • Sulfide: Reduzieren Mikroorganismen

Beachte: Wein solltest Du dann nicht mehr trinken, wenn dieser nach Essig oder Sherry riecht oder schmeckt.

Wie sollte ich Wein lagern? So machst Du es richtig

Zunächst einmal das Wichtigste – die Temperatur:
Hitze schätzt Wein überhaupt nicht. Sie sorgt dafür, dass der Wein – bereits ab 21 Grad Celsius schon – schneller reift, als man das möchte.
Halten die zu hohen Temperaturen länger an, verliert der Wein deutlich an Aroma. Orientiere Dich also am idealen Temperaturbereich zur Weinlagerung – dieser liegt zwischen 7 und 18 Grad Celsius.
Als perfekte Lagertemperatur gelten 12 bis 13 Grad.

Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle – wird es zu trocken, kann das negative Folgen nach sich ziehen. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 50 % bis 80 %.

Lagere Weine mit Naturkorken immer liegend. Weine mit Schraubverschluss dürfen stehend gelagert werden.
Schütze außerdem Deinen Wein vor Erschütterungen. Sedimente, die sich abgesetzt haben, werden so immer wieder aufgewirbelt. Das wiederum beschleunigt negativ die Reife Deines Weines und kann die Haltbarkeit verkürzen.

Ein regelmäßiges Drehen der Flaschen ist heißes Streitthema unter Weinkennern – wir empfehlen Dir den Wein nicht zu bewegen, selbst wenn sich Weinstein absetzt.
Auch nach dem Transport solltest Du Deinen Wein zunächst noch etwas ruhen (stehend!) lassen, bevor Du ihn öffnest. Die aufgewühlten Sedimente müssen sich erst wieder auf dem Flaschenboden sammeln.

Nach dem Öffnen solltest Du Wein im Kühlschrank lagern. Die besonders niedrigen Temperaturen hindern den Wein am Reifen. Hier sollte er jedoch maximal 3-5 Tage bleiben, danach kannst Du ihn höchstens noch zum Kochen verwenden. Es gilt nach dem Öffnen vor allem zu verhindern, dass der Wein Sauerstoff abkriegt. Verschließe ihn deshalb möglichst schnell und luftdicht. Je voller die Flasche, desto besser, da hier weniger Sauerstoff einwirken kann.

Tipp: Einen Blick auf das Etikett Deines Weins zu werfen, kann hilfreich sein. In der Regel sind auf der Rückseite genauere Tipps zur Lagerung des Getränks aufgeführt.

Wo den Wein lagern?

Der Idealfall: Du lagerst Deinen Wein im Keller – liegend im dafür vorgesehenen Weinregal.
Hier ist es konstant (!) kühl und in der Regel auch dunkel genug. Bei der Luftfeuchtigkeit musst Du zwar aufpassen, aber ansonsten bieten Kellerräume nahezu ideale Bedingungen.

Du hast keinen Kellerraum zur Verfügung? Auch ohne Keller lassen sich Weine gut lagern.
Hier musst Du nur ein paar Aspekte berücksichtigen. Lagere Deinen Wein nicht in der Nähe von Hitzequellen – Trockner, Ofen, Heizung & Co. sind Todfeinde. Eine Temperatur von 21 Grad Celsius sollte keinesfalls erreicht bzw. überschritten werden! Auch starke Temperaturschwankungen mag Wein gar nicht – auf dem Balkon beispielsweise wäre der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht zu stark.

Ein Raum mit Fenstern in Deiner Wohnung scheidet auch aus – der Wein mag es dunkel. Künstliches Licht schadet nicht, nur direkte UV-Strahlen sollten vermieden werden. Diese würden die Reife negativ beschleunigen.

Findet sich gar kein Platz, können Weinklimaschränke eine Alternative sein. Es gibt jedoch ein Aber: Die Schränke verbrauchen viel Strom und bedeuten entsprechend nicht nur in der Anschaffung Mehrkosten. Außerdem bieten sie nur begrenzt Platz.

Wein lagern – stehend versus liegend

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Ob Du Deinen Wein stehend oder liegend lagern solltest, hängt im höchsten Maße davon ab, ob dieser mit einem Korken oder einem Schraubverschluss verschlossen wird.

Weine mit Korkverschluss solltest Du unbedingt liegend lagern. Durch den Kontakt mit dem Wein bleibt der Wein auch bei trockenen Luftverhältnissen feucht.
Würde der Korken zu trockenen Luftverhältnissen ausgesetzt, würde dieser “eingehen” und so Sauerstoff an den Wein lassen. Dieser wiederum oxidiert. Das entzieht dem Wein sein Aroma – er schmeckt fade. Aber nicht nur am Geschmack, sondern an der Farbe lässt sich ein oxidierter Wein erkennen. Die Farbe wechselt dann von rot zu bräunlich oder von weiß zu gelb.

Kommt der Wein mit einem Schraubverschluss (seltener als ein Korkverschluss) daher, bleibt es Dir offen, ob Du ihn liegend oder stehend lagerst. Eine liegende Lagerung sieht allerdings nicht nur meistens hübscher aus, sondern spart auch noch Platz.

5 Tipps für die richtige Weinlagerung

  1. Temperaturkonstanz sticht ideale Temperatur
    Zwar sind 12 Grad optimal für Deinen Wein, noch wichtiger ist aber die jahreszeitunabhängige Temperaturkonstanz. So nimmt es Dir Dein Wein übler, wenn die Raumtemperatur häufig zwischen 10 und 20 Grad schwankt, als wenn im Raum mal statt der 12 Grad 14 Grad herrschen.
  2. Hitze ist der Feind
    Der Wein mag es zwar weder zu heiß noch zu kalt, aber insbesondere Hitze schätzt er überhaupt nicht. Hast Du keinen Keller oder anderen Raum zur Verfügung, der auch im Sommer unter 21 Grad bleibt, tut es dann schon für einen gewissen – kurzen – Zeitraum der Kühlschrank.
  3. Nicht einfrieren
    Friere deinen Wein nicht ein. Es besteht zum einen die Gefahr, dass die Flasche platzt und zum anderen wird die Entwicklung des Weins gestoppt. Du kannst aber etwas Wein in Eiswürfelbehälter füllen und in so in kleinen Mengen einfrieren. Diese kannst Du für Saucen & Co. nutzen.
  4. Dunkel muss es nicht sein
    UV-Strahlen lassen Wein schneller reifen bzw. verkürzen die Haltbarkeit. Deswegen musst Du aber nicht den Wein in einen Raum ohne Tageslicht sperren – das gefärbte Glas der Weinflaschen wirkt als Sonnenschutz.
  5. Luftfeuchtigkeit in Maßen
    Ja, ein Wein mag es weder zu trocken noch zu feucht. Zu pedantisch musst Du aber auch nicht sein – gut ist schon eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 80 %. Trockenere Luft kann den Korken schrumpfen und somit den Wein oxidieren lassen. Bei feuchterer Luft kann der Korken schimmeln.

Weinabend zuhause: Wein richtig servieren

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Beschränke Dich für Deinen Weinabend auf wenige Weine – beispielsweise drei verschiedene – einer “Kategorie” (z.B. Rotwein), damit Ihr diese vergleichen könnt. Möchtest Du doch mischen, empfiehlt es sich Weißwein vor Rotwein zu trinken.
Die Weine sollten unbedingt die gleiche Temperatur haben.

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Zum Wein solltest Du auf jeden Fall Wasser und Brot anbieten. Brot wie Wasser neutralisieren die Weine und lassen diese besser vergleichen. Außerdem kannst Du Deinen Gästen eine Käseplatte anrichten. In unserem Beitrag dazu erfährst du, welche Käse zu Deinen Weinen passen. Stilvoll wird es mit dem passende Zubehör zum Käse anrichten.

Nun zum Wein servieren:
Lagerst Du Deinen Wein liegend, solltest Du ihn zunächst aufstellen und abwarten, bis sich die enthaltenen Sedimente am Flaschenboden gesammelt haben.

Gieße dann den Wein – langsam – durch ein Weinsieb in eine Karaffe. So werden die erwähnten Sedimente aufgefangen. Diese sind keineswegs schlecht für Deinen Wein, sondern tragen im Gegenteil dazu bei, dass dieser sein Aroma entfalten kann.
Beim Trinken können sie jedoch unangenehm auffallen.

Nicht alle Weine profitieren jedoch gleich viel vom “Karaffieren”. “Junge” Weine kannst Du über das “Atmen lassen” zugänglicher machen. Für bereits stark gereifte Weine kann das bereits zu viel des Guten sein.

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