Lebensstil, Glücksrezept, Philosophie: Hygge ist in aller Munde. Doch was bedeutet „hyggelig“, warum sollten viel mehr Menschen „Hygge“ praktizieren und vor allem: Wie kann ich meine Wohnung, meinen Alltag und mein Leben „hyggelig“ gestalten?

Hygge: Die dänische Glücks-Philosophie

Ursprünglich kommt der Begriff „Hygge“ aus Dänemark und bedeutet so viel wie „Geborgenheit“ oder „Gemütlichkeit“. Die Dänen selbst bezeichnen die Philosophie als „ihr Rezept zum Glücklichsein“ – und sie müssen es wissen, schließlich gehören Dänemark und die nordischen Verwandten laut World Happiness Report schon seit Jahren zu den glücklichsten Ländern der Welt.

Hygge: Die dänische Glücks-Philosophie

Ursprünglich kommt der Begriff „Hygge“ aus Dänemark und bedeutet so viel wie „Geborgenheit“ oder „Gemütlichkeit“. Die Dänen selbst bezeichnen die Philosophie als „ihr Rezept zum Glücklichsein“ – und sie müssen es wissen, schließlich gehören Dänemark und die nordischen Verwandten laut World Happiness Report schon seit Jahren zu den glücklichsten Ländern der Welt.

Doch was bedeutet „Hygge“ genau?

Mittlerweile gibt es ganze Bücher, Magazine und Ratgeber, die sich mit dem Thema beschäftigen. Kurz gesagt heißt „Hygge“ leben: „Alles, was dir gut tut und gemütlich ist“.
Wie „hyggelig“ für dich aussieht, ist also ganz individuell – das große und einzige Ziel ist es, dich zu mehr Zufriedenheit und Gelassenheit im Alltag zu bringen. 😊

Hygge im Alltag: Geht das überhaupt?

Seien wir mal ehrlich: Wir würden total gern entspannt in den Tag starten, erstmal ausgiebig frühstücken, ein Buch lesen, eine Runde spazieren gehen und dann den restlichen Tag auf einer Picknick-Decke im Grünen lümmeln.

Leider müssen wir aber Rechnungen zahlen, im Stau stehen und uns mit Kollegen herumärgern. Außerdem ist es zu warm. Oder wahlweise zu kalt. Kann man bei so viel Stress wirklich hygge sein?

Zufriedenheit ist Übungssache!

Eins müssen wir leider zugeben: Auch wenn ihr hygge übt, achtsam durch’s Leben geht und den Fokus auf Zufriedenheit und Glück legt, werdet ihr den nervigen Kollegen nicht los und vielleicht steht ihr morgens trotzdem im Stau oder die Bahn kommt zu spät.

Die gute Nachricht: Man kann glücklich-sein ganz hervorragend üben. Wer das regelmäßig tut, findet die nächste Rechnung im Briefkasten, den Baustellenlärm vorm Fenster und das Wetter gleich nur noch halb so schlimm.

Übungen zum Glücklichsein

  • Dankbarkeitstagebuch: Schreibt jeden Abend auf, was euch über den Tag tolles passiert ist. Drei Dinge sind das Minimum! Am Anfang ist das wahrscheinlich gar nicht so einfach, aber die Übung macht den Meister. Wer sich abends an die schönen Dinge erinnert, vergisst die schlechten und geht mit einem besseren Gefühl ins Bett. Vorteil: Wenn ihr mal schlechte Laune habt, könnt ihr in eurem Dankbarkeitstagebuch blättern – das hebt die Stimmung.
  • Bitte lächeln! Wusstest Du, dass dein Gehirn ein „Fake-Lächeln“ nicht von einem echten Lächeln unterscheiden kann? Ist wirklich so. Wenn Du also schlechte Laune hast, lächle – auch wenn dir vielleicht nicht nach Lächeln zu Mute ist. Schon nach ein paar Minuten wirst Du einen Unterschied merken.
  • Atmen: Wer sich auf seine Atmung konzentriert, konzentriert sich automatisch auf sich selbst – und nicht auf das, was um einen herum passiert. Wann immer ihr merkt, dass ihr euch aufregt, gestresst seid oder „zu viel nach links und rechts schaut“, nehmt euch einen Moment Zeit und atmet ein paar Mal ruhig ein und aus.

Hygge in der Wohnung: So bringt ihr ein „hyggeliges Gefühl“ zu euch nach Hause

Zu einem „hyggeligen“ Zuhause gehören Ordnung und Struktur genauso, wie gemütliche Möbel, gedeckte Farben und liebevoll ausgewählte Accessoires. Keine Angst: Für ein Zuhause nach Hygge-Regeln müsst ihr nicht eure komplette Inneneinrichtung neu anschaffen. Wir haben ein paar Tipps:

Tipp 1: Ordnung schaffen!

Der „Klamotten-Stuhl“, Spielzeug auf dem Boden, vollgestopfte Schränke und Regale: All das sorgt für ein ungutes Gefühl. Deswegen unser erster Tipp: Mistet eure Schränke aus, sortiert euren Kleiderschrank, trennt euch von unnötigem Ballast, schafft Ordnung!

Alles, was man nicht richtig einsortieren kann, lässt sich prima in hübschen Aufbewahrungsboxen verstauen.

Tipp 2: Schickt „Den Stuhl“ in Rente

Wirklich jeder hat diesen „Stuhl“, oder? Den Stuhl, auf dem sich Klamotten stapeln? Schluss damit! Wer seine getragenen Klamotten nicht zurück in den Schrank räumen will (würden wir auch nicht wollen), aber auch noch nicht in die Waschmaschine stecken will, kann sich zum Beispiel eine kleine Kleiderstange oder einen Garderobenständer anschaffen – mit drei Kleiderbügeln und einer schönen Lichterkette umwickelt, habt ihr „den Stuhl“ ersetzt, stolpert nicht mehr über herumliegende Klamotten und alles wirkt sofort schöner und ordentlicher.

Tipp 3: Freut euch auf’s Kochen – Hygge in der Küche

Zugegebenermaßen: „Freut euch auf’s Kochen“ ist ein eher ungünstiger Tipp, wenn ihr Kochen ganz furchtbar findet. Aber auch dann: Gebt eurer Küche eine Chance.

Gesunde Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Hygge-Philosophie. Nicht nur, weil man nachweislich fitter, gesünder und weniger müde ist, wenn man sich gesund ernährt, sondern auch, weil Kochen richtig entspannend sein und euch nach einem anstrengenden Arbeitstag helfen kann, im Feierabend anzukommen.

Sorgt also dafür, dass ihr euch gern in eurer Küche aufhaltet. Ihr könnt euch zum Beispiel hübsche Vorratsgläser, Deko-Schalen und ansprechende Platzdeckchen anschaffen.

Tipp 4: Accessoires und Pflanzen

Ob Beistelltisch, Rollwagen oder ein kleines Regal, ob Kissen, Kerzen, eine hübsche Seifenschale oder ein Obstkorb auf dem Esstisch: Bei Accessoires gehen die Meinungen und Geschmäcker auseinander. Wichtig ist: Richtet eure Wohnung so ein, dass ihr euch wohlfühlt!

Gedeckte Farben und Pastelltöne sind zu empfehlen, Pflanzen bringen das notwendige „Stück Natur“ in die Räume und Lichterketten sind toll als indirekte Lichtquellen – das nur als Anregung.

„Hygge Aktivitäten“: Tun, was euch glücklich macht.

Eine gemütlich eingerichtete Wohnung ist natürlich nicht alles. Dass Glück im Kopf entsteht, haben wir ja oben schon erklärt – was also könnt ihr in eurer Freizeit tun, um ein bisschen mehr „Hygge“ zu fühlen?

Tipp 1: Geht raus in die Natur!

Spazieren gehen ist wunderbar entspannend – ob ihr allein, mit eurer besten Freundin oder eurem Liebsten geht, könnt ihr selbst entscheiden. Auch mit einer Picknickdecke auf der Wiese lümmeln ist Hygge.

Tipp 2: Oder kuschelt euch auf der Couch ein!

Ihr seht: „Die Mischung macht’s.“ Auf der Couch mit einem Tee oder Kakao (im Sommer gern auch mit Eistee) und dabei Filme schauen oder einen Serienmarathon machen. Auch das ist Hygge.

Tipp 3: Verbringt Zeit mit Menschen, die euch gut tun!

Und damit meinen wir nicht die „Freundin“, die euch eigentlich doch permanent nur die Ohren volljammert und sich nur meldet, wenn sie gerade ein Problem hat (bitte nicht falsch verstehen, auch „füreinander da sein“ ist wichtig – aber ihr wisst, was wir meinen, oder?).

Unterhaltet euch mit Freunden, die wirklich an euch und eurem Leben interessiert sind, die euch inspirieren und euch ein bisschen glücklicher machen. Redet über alles, nur nicht über Politik – das ist nämlich so gar nicht „Hygge“ 😊

Tipp 4: Schaltet euer Handy aus – nur für eine Stunde

Habt ihr mal gezählt, wie oft ihr unbewusst zum Handy greift, nur um zu sehen, dass in den letzten 47 Sekunden doch nichts Spannendes passiert ist?

Deswegen unser Tipp: Schaltet es aus, oder zumindest in den Flugmodus. Nur für eine Weile. Das fühlt sich in der ersten Zeit zwar ein bisschen komisch an, aber ihr werdet sehen: Es ist richtig entspannend, nicht permanent online zu sein. Und eure Lieben freuen sich mit Sicherheit auch, wenn ihr Zeit mit ihnen verbringt, ohne durchgehend Instagram, Facebook, Whatsapp und Snapchat im Blick zu behalten.

Tipp 5: Ganz wichtig: Fangt klein an!

Überall liest man, was man tun sollte, um sich selbst und sein Umfeld zu optimieren und schöner, erfolgreicher und glücklicher zu sein. Auch hier habt ihr insgesamt acht Tipps und drei Übungen mit an die Hand bekommen.

Deswegen ist uns wichtig, eines nochmal zu betonen: Fangt klein an, nehmt euch nicht zu viel vor und seid nicht frustriert, wenn ihr nicht jeden Tag eine Stunde mit eurer besten Freundin reden, zwei Folgen eurer Lieblingsserie schauen und gesund kochen konntet. Macht euch keinen Stress und vergesst nicht, was das Glücksrezept „Hygge“ eigentlich aussagt: Entschleunigung, Entspannung, Gelassenheit und „alles nicht so eng sehen“. Was ihr heute nicht geschafft habt, versucht ihr eben morgen.

Und jetzt viel Spaß beim Ausprobieren und Glücklichsein 😊