haarseife selber machen

Du möchtest deinen Haaren keine Chemie mehr zumuten? Du siehst nicht mehr ein unzählige Plastikverpackungen von Haarshampoos in den Müll wandern zu lassen? Oder willst einfach mal was Neues ausprobieren?
Dann bist du bei uns richtig!

Wir stellen dir zwei einfache Rezepte zur Verfügung, mit denen du Haarseife selbst machen kannst – mit und ohne Lauge. Und das ganz ohne Tenside, Palmöl, Chemie oder anderen bedenklichen Inhalten.

Zutaten fürs Haarseife selber machen

Zutaten fürs Haarseife herstellen sind – bis auf das Natriumhydroxid – weder besonders exotisch noch sind es besonders viele.
Je nachdem wie du deine Haarseife herstellen möchtest und für welchen Zweck – also ob du die Seife selbst sieden möchtest oder du ein Rezept für fettige bzw. trockene Haare benötigst – unterscheiden sich die Zutaten.

Zutaten für 300g Seife zum selbst sieden

  • 75g Kokosöl
  • 75g Distelöl
  • 105g Olivenöl
  • 45g Sheabutter
  • 41,15g Natriumhydroxid (je nach Überfettungsgrad)
  • 100ml Wasser
  • 9g ätherisches Öl
  • Optional: Seifenfarbe, Kräuter

Zutaten für 300g Seife mit Kernseife

  • 300g Kernseife
  • 2 EL Olivenöl
  • 9g ätherisches Öl
  • Optional: Seifenfarbe, Kräuter

Anleitung zum Haarseife selber machen

haarseife-selber-machen-anleitung

Rezepte für Haarseifen existieren in den verschiedensten Varianten.
Unsere zwei – einmal mit Lauge zum selbst sieden und einmal ohne Lauge – sind beide vegan, ohne Palmöl, ohne Tenside und natürlich plastikfrei!

Bist du ein Anfänger in Sachen Haarseifen, empfehlen wir dir die zweite Version mit Kernseife, da hier die Seife nicht selbst gesiedet werden muss. Das ist ein wenig heikel – beachte unbedingt unsere Tipps zum selbst sieden.

Variante 1: Haarseife mit Lauge (Seife selbst sieden)

In dieser Variante siedest du mittels Laugenverfahren die Seife selbst.
Werfe zunächst einen Blick in unsere Tipps zum Seife selbst sieden.

Diese Haarseife ist dank Distelöl besonders gut für fettiges Haar geeignet.

Zutaten für 300 g Haarseife

  • 75g Kokosöl
  • 75g Distelöl
  • 105g Olivenöl
  • 45g Sheabutter
  • 41,15g Natriumhydroxid (je nach Überfettungsgrad)
  • 100ml Wasser
  • 9g ätherisches Öl
  • Optional: Seifenfarbe, Kräuter
  1. Ziehe dir Schutzkleidung (Handschuhe, Schutzbrille, etc.) über und arbeite am offenen Fenster.
  2. Gib das Natriumhydroxid nach und nach in das Wasser (nicht in umgekehrter Reihenfolge!) und rühre dabei vorsichtig und konstant um (Vorsicht vor den hohen Temperaturen!).
  3. Stelle nun die Mischung (Lauge) beiseite und lasse sie abkühlen.
  4. Gib die Öle und die Sheabutter in einen Topf und lasse sie bei kleiner Temperatur langsam schmelzen.
  5. Prüfe ob die Masse 30°C erreicht hat und vermische sie dann vorsichtig mit der warmen Lauge.
  6. Gieße die Masse durch ein Sieb und füge, wenn du magst, Kräuter (im Mörser zerkleinern!) oder Farbe hinzu.
  7. Schütte die Seife im nächsten Schritt in deine Seifenform.
  8. Lasse die Seife ein paar Tage in der Form stehen.

Variante 2 für Anfänger: Haarseife aus Kernseife (ohne Lauge)

Haarseife mit Kernseife selbst zu machen ist schon einfacher. Je nach Öl, das du hinzufügst (hier Olivenöl) eignet sich die Seife auch gut für fettiges Haar.

Zutaten für 300 g Haarseife

  • 300g Kernseife
  • 2 EL Olivenöl
  • 10 Tropfen ätherisches Öl
  • etwas Wasser
  • Optional: Seifenfarbe, Kräuter
  1. Raspele die Kernseife klein.

    Füge dann etwas warmes Wasser hinzu.
  2. Vermenge die Kernseife mit dem Wasser, bis es eine homogene Masse mit Seifenkonsistenz ergibt.

    Füge nun das Olivenöl, 10 Tropfen des ätherischen Öls, und wenn du magst Farbe oder Kräuter (im Mörser zerkleinern!) hinzu.

    Vermenge die Masse.
  3. Gib die Masse in deine Seifenform und lasse sie ein paar Tage stehen.

Aufgepasst beim Seife sieden

Seife sieden ist toll – mittels der Methode kannst du deine Seife vollständig selbst herstellen. Sie ist aber auch zeitaufwendig und nicht ungefährlich.

Berücksichtige beim Seifensieden unbedingt folgende Sicherheitsmaßnahmen:

  1. Trage Schutzkleidung – schützende Handschuhe, Schutzbrille und lange Kleidung.
  2. Arbeite am offenen Fenster und vermeide Dämpfe einzuatmen – noch besser ist eine Atemschutzmaske.
  3. Vermeide Gefäße aus Aluminium – Lauge reagiert in Kombination mit Metall – die Seife wird so schnell schlecht.
  4. Verwende Behälter, die du nach diesem Vorgang für nichts anderes (insbesondere Lebensmittelverarbeitung) mehr benötigst.

Haltbarkeit und Aufbewahrung von Haarseife

Wie lange Haarseife hält, ist abhängig vom Überfettungsgrad und den Ölen, die du verwendet hast. Den Überfettungsgrad kannst du dir mit diesem Seifenrechner berechnen.

Je höher die Überfettung und je anfälliger die Öle, desto kürzer ist die Haarseife haltbar.

Ist die Überfettung jedoch gering, kann die Haltbarkeit einer Haarseife bis zu einem Jahr andauern.

Selbst prüfen, ob die Seife noch etwas taugt, kannst du, indem du sie auf gelbliche Flecken prüfst. Diese sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Seife ranzig geworden ist. Diese “schlechten” Stellen kannst du aber auch einfach großzügig entfernen und den Rest rasch aufbrauchen.

Riecht deine Seife schlecht? Dann weg damit.

Tipp: Hast du gerade eine große Menge an Haarseife hergestellt? Nimm dir ein Stück für deinen täglichen Gebrauch und friere dir den Rest einfach ein!

Damit deine Seife möglichst lange lebt, brauchst du sie nicht in den Kühlschrank stellen.
Du solltest sie lediglich trocken lagern. Lege sie am besten also in eine Seifenschale, sodass sie nicht in direkter Berührung zum Wasser bzw. nassen Oberflächen steht.

Haarseife selber machen und anwenden – 5 Tipps

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  1. Du wunderst dich über die 41,15 g Natriumhydroxid und denkst dir: ‘Ach, 40 g werden auch passen’? Besser nicht. Bei der Seifenherstellung ist Präzision gefragt. Halte dich an die genauen Vorgaben, damit deine Seife eine schöne Konsistenz erreicht.
  2. Je länger du deine Seife nach der Herstellung in Ruhe “reifen” lässt, desto milder wird sie.
  3. Hast du gefärbtes Haar? Hier kann (!) die Seife die Entfernung der Farbe beschleunigen. Benutze besonders mildes Öl (Olivenöl), um diesem Problem entgegenzuwirken.
  4. Dein Wohnort hat den Nachteil von sehr kalkhaltigem Wasser? Spüle deine Haare nach Verwendung deiner Haarseife mit sauren Spülungen nach, um Ablagerungen zu vermeiden.
  5. Damit dein Haar auch schön aussieht nach dem Waschen, solltest du es wie gewohnt ganz nass machen und mit kreisförmigen Bewegungen einseifen. Schäume es so lang auf, bis dicker Schaum dein Haar vollkommen bedeckt. Spüle dann so lange aus, bis keine Seifenrückstände mehr vorhanden sind.

5 Vorteile, wenn du deine Haarseife selbst machst

  1. Zero Waste
    Haarshampoos werden in der Regel nicht ohne Plastikverpackung verkauft. Machst du deine Seife selbst, sparst du jegliche Verpackung.
  2. Dir etwas Gutes tun
    Du bestimmst die Zutaten und weißt somit genau, was du deiner Haut zuführst. Besser noch: Die Zutaten machen deine Haare nicht nur wie industrielle Produkte auf kurzfristige Sicht schön, sondern pflegen sie auf lange Sicht.
  3. Deiner Umwelt etwas Gutes tun
    Die Zutaten deiner Haarseife sind natürlich – so schadest du nicht deiner Umwelt. Schließlich landet das Zeug ja nicht nur auf deinem Kopf, sondern irgendwann auch im Abfluss. Trotz bester Kläranlage landen bei Industrieshampoos Mikroplastikteilchen im Wasser.
  4. Kosten sparen
    Klar gibt es Haarseife auch zu kaufen. Aber die ist ganz schön teuer, oder? So kann ein Stück Haarseife von 150 g gerne mal 8 € kosten. Stellst du deine Seife selbst her, kannst du dir einen guten Anteil dieser Kosten sparen.
  5. Praktisch für unterwegs
    Du bist oft on Tour? Haarseife eignet sich super für unterwegs – nichts läuft aus oder verklebt dir deine Tasche.

(Ätherische) Öle für Haarseifen und ihre Eigenschaften

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Bei Haarseifen kannst du kreativ werden! Je nach Öl bzw. ätherische Öl erzielst du verschiedene Wirkungen, Düfte, etc.

Im Folgenden findest du eine Auflistung an Ölen und ihren Eigenschaften:

  • Avocadoöl: pflegend, gut für trockenes Haar, lässt Haare schön glänzen
  • Distelöl: gut gegen fettiges Haar, sorgt für Volumen, Nachteil: macht Seifen sehr weich – mit Kokosnussöl kombinieren
  • Kokosnussöl: gute Schaumbildung, reinigend, gut gegen fettiges Haar und Schuppen, wirkt Entzündungen entgegen
  • Lavendelöl: beruhigt die Kopfhaut, wirkt antibakteriell sowie gut gegen fettiges Haar und Schuppen
  • Melissenöl: lässt das Haar glänzen, gut gegen fettiges Haar
  • Olivenöl: mild und pflegend, gut für trockenes Haar und empfindliche Kopfhaut
  • Pfefferminzöl: reinigend, kann Rückstände entfernen
  • Rizinusöl: wirkt sich positiv auf Schaumbildung und Kämmbarkeit aus
  • Rosmarinöl: gut gegen fettiges Haar, Schuppen und Haarausfall
  • Sheabutter: sorgt für Feuchtigkeit und gute Kämmbarkeit, lässt Haare glänzen
  • Teebaumöl: wirkt entfettend
  • Traubenkernöl: gut für feines Haar und fettiges Haar
  • Zedernholzöl: entzündungshemmend
  • Zitronenöl: gut gegen Schuppen, wirkt antiseptisch