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Mmmmh – es geht doch nichts über eine Scheibe frisches Brot (mit Butter), selbst gebacken oder vom Lieblingsbäcker. Ärgerlich nur, wenn du bereits am dritten Tag feststellst, dass nur Gummibrot übrig ist oder deine Backwaren schimmeln.
Lagere dein Brot richtig, sodass du es bis zu 9 Tage genießen kannst. Wir zeigen dir wie.

Wie lange hält sich Brot eigentlich?

Grundsätzlich halten sich Vollkornbrote, Roggenbrote oder Sauerteigbrote bis zu 9 Tage. Weizenbrot oder ein Baguette dagegen bleibt meist nur bis zu 2 Tage genießbar.
Du merkst: Wie lange ein Brot haltbar bleibt, hängt stark vom verwendeten Mehl ab.

Je mehr Roggen im Brot, desto länger bleibt das Brot frisch.
Doch wie wird Brot so trocken? Das passiert durch Retrogradation. Binnen diesen Prozesses gibt die Stärke das enthaltene Wasser ab. Dabei flüchtet das Wasser nicht etwa durch die Kruste – diese schützt das Brot sogar vor dem Austrocknen! – sondern in der Regel über die weiche Kante bzw. Schnittfläche des Brotes.

Wie kann man Brot länger aufbewahren?

Bereits beim Kauf des Brotes oder beim Backen fängt es mit der Einflussnahme auf die Haltbarkeit an.
Möchtest du besonders lange etwas von deinem Brot haben, solltest du tendenziell auf dunkle statt helle Brote setzen. So hält sich ein Roggenbrot beispielsweise länger als ein Weizenbrot.
Das Gleiche gilt fürs Backen. Und je länger ein Brot gebacken wird, desto dicker wird die Kruste und haltbarer die Backware. Die dicke Kruste schützt das weiche Innere vor Schaden und hält das Brot saftig. Auch halten ganze Brotlaibe länger als kleine Brötchen.
Achte, wenn du selbst backst, darauf, ausreichend Wasser in den Teig zu geben. Oder probier doch mal einen Sauerteig aus. Der trägt auch dazu bei, dass das Brot länger frisch bleibt. Ebenso begünstigen Milchprodukte und Fett die Haltbarkeit.
Kommt das Brot direkt aus dem Ofen, solltest du es zunächst offen abkühlen lassen. Würdest du es sofort verpacken, würde die ganze Feuchtigkeit, die durch die Wärme entweichen möchte, aber nicht kann, das Brot schneller schimmeln lassen.

Beim Brot aufbewahren selbst solltest du nicht nur darauf achten, das Brot vorm Austrocknen zu schützen. Auch Schimmel gilt es zu vermeiden.
Lagere dein Brot also in einem Behälter, in dem Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtigkeit staut (und so Schimmel entstehen kann). Welche Behälter sich fürs Brotlagern eignen und welche eher nicht, haben wir dir im nächsten Absatz aufgelistet.
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Die optimale Temperatur liegt bei Zimmertemperatur zwischen 18 bis 22 Grad. Keinesfalls sollte sie jedoch die kritischen +7 Grad unterschreiten, die das Austrocknen begünstigt.
Bei Hitze bzw. im Sommer sollte der Brotkasten an einem kühlen Ort stehen. Jetzt ist auch das Aufbewahren von Brot im Kühlschrank erlaubt. Dort hält sich das Brot dann doch länger als draußen bei warmen Temperaturen.

Stelle einmal angeschnittenes Brot unbedingt immer auf die Schnittkante. So unterstützt du die schützende Wirkung der Kruste.

Wo sollte man Brot aufbewahren? Aufbewahrungsbehältnisse im Überblick

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Grundsätzlich freut sich Brot, wenn es in einem geschlossenen Behälter, in dem die Luft zirkulieren kann, aufbewahrt wird. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es schimmelt.
Doch nicht alle auf den ersten Blick passenden “Aufbewahrungsmöglichkeiten” eignen sich tatsächlich:

  • Stoffbeutel oder Tuch: Ja, Stoffbeutel oder Tuch sind luftdurchlässig und das Brot kann somit nicht schimmeln. Leider nimmt der Stoff aber die Feuchtigkeit vom Brot auf, sodass dieses besonders schnell austrocknet.
  • Plastiktüte: In der Plastiktüte kann die Feuchtigkeit, die entsteht, nicht entweichen – sie sammelt sich in der Tüte. Nicht nur wird so das Brot weich, sondern es schimmelt auch noch schneller. Du solltest dein Brot also in jedem Fall ohne Plastik lagern. (Ausnahme: Toastbrot)
  • Backofen: Abgesehen davon, dass dein Ofen blockiert wird, ist der Backofen zwar ein geschlossener Raum, aber nicht wirklich luftdurchlässig. Natürlich ist Raum da, in dem die Luft zirkulieren kann, wirklich empfehlen würden wir diesen Platz dennoch nicht.
  • Brotkasten aus Holz: Das Brot befindet sich im geschlossenen und luftdurchlässigen Raum und wird vor Austrocknung geschützt. Alle zwei Wochen solltest du den Brotkasten mit Essig auswischen um Schimmelsporen fernzuhalten.
  • Brotkasten aus Metall: Hier ist die Gefahr niedriger, dass sich Schimmelsporen bilden. Holz hingegen hat jedoch den Vorteil, dass es atmungsaktiv ist. Der Metallkasten sollte also entweder einen atmungsaktiven Deckel oder Boden haben oder mit Lüftungslöchern ausgestattet sein. In beiden Fällen darf die Papiertüte vom Bäcker mit in den Brotkasten – sie verbessert die Luftzirkulation und nimmt Feuchtigkeit auf.
  • Papiertüte: Das Papier nimmt die Feuchtigkeit auf, die vom Brot abgegeben wird. Zusätzlich schützt die Tüte davor, dass das Brot austrocknet. Noch besser: Tüten, die mit Wachs beschichtet sind.
  • Kühlschrank: So oft wird hier Brot gelagert. Dabei tut der Kühlschrank der Haltbarkeit deines Brots gar nicht gut. Denn hier herrscht maximal eine Temperatur von +7 Grad. Genau die Temperatur, die das Austrocknen deiner Backwaren beschleunigt. Lediglich im Sommer wenn es einfach zu heiß ist, kannst du dein Brot hier ausnahmsweise lagern.
  • Brottopf: Die spezielle Glasur aus Salz hält innen Schimmel fern. Außerdem schützt der Brottopf das Brot vorm Austrocknen, da Luft zirkulieren kann. Feuchtigkeit, die das Brot abgibt, nimmt der Topf auf und gibt sie an das Brot zurück.

Wo sollten Brotkasten & Co. stehen?

Stelle deinen Brotkasten oder andere Aufbewahrungsmöglichkeiten nicht in die Nähe von Hitzequellen oder Plätzen, an welchen Wasserdampf entsteht – Wasserkocher, Herd und Mikrowelle sind tabu. Deine Backwaren neigen hier schneller dazu zu schimmeln.
Auch zugige Plätze solltest du meiden – dort trocknet das Brot schneller aus.

Geschnittenes Brot aufbewahren

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Kaufe dein Brot, wenn möglich, als Laib.
Denn Brot trocknet nicht über die Kruste, sondern über das weiche Innere aus. Mit geschnittenem Brot holst du dir also gleich mehrere Angriffsflächen für die Retrogradation nach Hause.
Retten bzw. länger haltbar machen kannst du die Scheiben, indem du sie sofort einfrierst.
Ein weiterer Vorteil von Brotlaiben: Diese dürfen im Gegensatz zu Brotscheiben nicht mit Konservierungsstoffen – die möchtest du vorzugsweise nicht essen – angereichert werden.
Angeschnittenes Brot solltest du immer mit der offenen Seite nach unten lagern. So bleibt es länger frisch.

Verschiedene Brotsorten – verschiedene Haltbarkeiten

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So unterschiedlich die Brotsorten, so unterschiedlich die Haltbarkeit. Grundsätzlich gilt jedoch: Je dunkler das Brot, desto länger hält sich dieses.

Folgende Brotsorten halten sich bei richtiger Aufbewahrung in der Regel so lange:

  • Weizenbrot, z.B. Brötchen oder Baguette: maximal 1 Tag
  • Weizenbrot als Laib: ca. 2 Tage
  • Mischbrot: ca. 2 bis 3 Tage
  • Low Carb Brot (Eiweiß-Brot): ca. 3 Tage
  • Roggenmischbrot: ca. 3 bis 4 Tage
  • Roggenbrot: ca. 4 bis 6 Tage
  • Glutenfreies Brot: 5 Tage
  • Vollkornbrot: bis zu 9 Tage

Je mehr Roggen und Vollkorn im Brot stecken, desto länger bleibt es frisch.
Weizenbrot hält sich nur ein Bruchteil so lang.
Warum? Roggen und Vollkorn können besser Feuchtigkeit speichern.
Auch “besondere” Zutaten wie Quark, Fett oder lange eingeweichte Ölsaaten verlängern die Haltbarkeit des Brots.

Wie lange hält sich Brot, wenn man es einfriert?

Im Gegensatz zum Kühlschrank beschleunigt das Einfrieren die Retrogradation nicht. Im Gegenteil, sie wird stark verlangsamt.
Du kannst das Brot als Laib oder – noch praktischer – in Scheiben einfrieren und dir je nach Bedarf einzelne davon auftauen oder auf dem Toaster rösten. Das tut der Frische und dem Genuss deines Brots keinen Abbruch.
Kaufe hierzu unbedingt frisches Brot und friere es sofort ein, um einem eventuellen Austrocknen entgegenzuwirken.
Eingefrorenes Brot hält sich ca. 4 Monate lang.

Trocken gewordenes Brot nutzen

Brot, das noch gut, aber schon etwas trocken ist, kannst du auf dem Toaster rösten und so dir ein paar köstliche Scheiben zaubern.
Aber auch ein paar Minuten im Backofen, mit etwas Wasser bestrichen, erwecken müde Brotscheiben wieder zum Leben.

3 Tipps zum Upcycling von “altem” Brot:

  1. Aus trockenem Brot kannst du super arme Ritter zaubern.
  2. Ein Tipp aus der traditionellen Küche – viele Köche heben sich trockene Brotrinden zur Verfeinerung bzw. Stärke von deftigen Soßen, beispielsweise für Rouladen, auf.
  3. Auch kannst du dir das Brot in Würfel schneiden und in ein wenig Olivenöl anbraten und mit Salz sowie Kräuter der Provence würzen. Die Croutons schmecken köstlich als Snack oder als i-Tüpfelchen auf der Suppe.

Ist das Brot zu hart für den Verzehr und stehen auch keine Rouladen auf dem Speiseplan, kannst du aus dem Brot immer noch Semmelbrösel machen, die sich über Wochen halten.

Was, wenn das Brot doch schimmelt?

Wenn dein Brot doch schimmeln sollte – und sei es nur an einer kleinen Stelle – gibt es nur eine Lösung. Ab in den Biomüll damit.
Denn auch, wenn du den Schimmel nur an einer Stelle sehen kannst, haben sich doch sehr wahrscheinlich die (unsichtbaren) Sporen schon über das ganze Brot verteilt.

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